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wintersonnenuntergang
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« Reply #113 on: 11. February 2008, 22:17:11 » |
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"deine schuld"...
...das dachte ich mir auch oft, wenn ich vor der entscheidung stand, etwas preiszugeben, das ich für wichtig erachtete. ich fragte mich, ob es etwas ändern wird, wenn ich es ausspreche- ob es zerstört oder ob man darauf aufbauen kann. aber situationen, die immer so bleiben wie sie waren, wie sie sind, sind nicht gelebte, tote situationen. vielleicht auch gelebt...so sehr ausgelebt, dass nichts kreatives entstehen kann. nun denn: das reden bezieht sich nicht nur auf politik, sondern fängt im ganz kleinen kreis an. zum beispiel in freundschaften. kann man etwas durch worte zerstören, das nie da war? und wer zerstört? der sender oder der empfänger? aber basiert nicht jedes zwischenmenschliche miteinander auskommen auf ehrlichkeit, auch wenn notlügen erlaubt sind? ich fragte mich: "wird es deine schuld sein, wenn etwas zusammenbricht?" aber ich sagte mir auch: "nein, schuld hat niemand- die dinge gehen immer den weg, den sie gehen sollen und wollen. in meinem leben gingen sie immer den ehrlichen weg, auch wenn dieser der härtere und ungerechtere ist." ich gebe zu, dass ich diese ehrlichkeit auch ab und an durch ein spiel herausfinde- heraus finden muss. irgendwann hat man ja auch gelernt, jeden menschen erst einmal zu betrachten, bevor man sich ein urteil bildet...um nicht vorher zu be- oder verurteilen.
anfangs, wenn man sich nocht nicht entscheiden kann, bleiben möglichkeiten, es in verpackte worte auszudrücken...man sitzt da und grübelt, ob man falsch einschätzt, ob man die klappe halten sollte, weil das der weg des gringsten widerstandes ist.
warum schreibe ich das alles in einem musik-thread? weil musik ein sehr wichtiger teil meins lebens ist. weil musik transportiert. wenn ich etwas höre, dann aus tiefster überzeugung- und dazu stehe ich dann...und auch zu den menschen, die dies genauso empfingen, auch wenn diese menschen, wie ich vielleicht auch, anderen mit ihren worten oder dem was sie tun oder nicht tun, auf den zeiger gehen. diese menschen sind selten und wenn ich mich für oder gegen entscheide, dann ist das so...deshalb auf den zeiger gehen, weil die anderen die musik zwar lieben (das umstreite ich nicht), aber mehr hineininterpretieren, als gut für sie selbst und andere ist. irgendwann führt dieses "denken" dazu, dass ein fanatismus aufgebaut wird- nicht um die musik, sondern um die person...nun kann man beginnen, ein gerüst aufzubauen, das dieses wunschdenken quasi umbauen und verdecken soll. man kann versuchen, seine vermeintlichen feinde zu seinen freunden zu machen. bei einigen funktioniert das, bei anderen nicht. und immer noch soll es um musik gehen, die einen verbindet...manchmal ist dies gerade die täuschung, denn in geeigneten momenten wird über eben diese gleichgesinnten geredet, harmlos- versteht sich. bei bedarf auch über den heißgeliebten musiker selbst...steht es einer person zu, jemanden, der in der musik und in seinen texten etwas von sich (somit von seiner seele) preisgibt, als kiffer, säufer und phrasendrescher (zitat) zu betiteln? ich bin überzeugt, dass niemand sich dieses recht herausnehmen darf. schon gar nicht, wenn man vorgibt, dass diese texte (phrasen) und diese musik teil dieser person sind. gut, jedem kann mal etwas herausrutschen- in unbedachten momenten...aber wenn ich eins und eins zusammenzähle, ist es das unglaubwürdigste, was mir je in meinem leben begegnet ist. zumal habe ich irgendwann gelernt, erst zu denken und dann zu reden...nach solchen worten muss sich auch keiner mehr wundern, wenn ich meinen empfindungen freien lauf lasse, wenn ich ausspreche, was ich gehört habe, wenn ich mich zu behaupten wage, dass angebliche fans keine fans sind, sondern sich selbst profilieren möchten...das, was man anderen so gerne vorwirft, sagt ja meist sehr viel über denjeniegen selbst aus... ich kategoresiere nicht in gut oder schlecht, sondern in ehrlich oder gelogen...was mich richtig nervt, dass musik manchmal benutzt wird, dass gemeinsamkeiten benutzt werden...so lange, bis sich jemand traut, den mund aufzumachen und leider noch darüber hinaus...musik soll verbinden und nicht als machtmittel dienen, andere in seinen "bann" zu ziehen und etwas vorzugaukeln, das weder auf wahrem interesse am menschen selbst, noch auf der gemeinsamkeit beruht. das noch nicht einmal auf dem medium der musik beruht, sondern einfach nur auf der selbstdarstellung und darauf, die aufmerksamkeit zu erregen...
wer sich immer noch fragt, wo das alles hinführen soll, was ich schreibe...weiß ich selber nicht...ich trage es nur schon seit über einem jahr mit mir rum und vielleicht (oder bestimmt) dient es der erklärung, für solche, die es sich überhaupt fragten, warum es verschiedene seiten zur gleichen band gibt, wo es doch früher nur eine gab. vielleicht rege ich zum nachdenken an, vielleicht nehme ich die schuld auch nur auf mich, weil ich meinen mund aufgemacht habe. ob das gut oder schlecht war...diese entscheidung kann ich für mich nach all der zeit beantworten. allen anderen bleibt diese entscheidung selbst überlassen. ich kann es nicht mehr ertragen, dieses wissen mit mir herumzutragen...mir tat es weh, dass machenschaften auf dem rücken von vorgegebenen freundschaften ausgetragen wurden. dass etwas so wertvolles wie musik immer noch benutzt wird. aber wahrheit schmerzt immer...haben wir ja gelernt...ich bekenne mich schuldig, durch ein spiel einer wahrheit näher gekommen zu sein. ich bekenne mich schuldig, geredet zu haben, als ich meine gedanken nicht mehr sortieren konnte...ich bekenne mich schuldig, dies an diesem abend öffentlich zu posten und damit mit sicherheit unruhe zu stiften...ich bekenne mich schuldig, dass ich jemand bin, der dinge und menschen analysiert und der wahrheit auf der spur ist und der ständig etwas in frage stellt...
alles andere überlasse ich dem lauf der dinge und dem gesunden menschenverstand.
danke und gute nacht...auf dass die dunkelheit erleuchtet werde.
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